Kreativität trifft Handwerk
Im Schuljahr 2025/2026 entstand auf Initiative der Schülerschaft des dritten Ausbildungsjahres der Wunsch, ein abteilungsübergreifendes Projekt zwischen der Textil- und der Friseurabteilung umzusetzen. Auslöser hierfür war ein bereits im Vorjahr erfolgreich durchgeführtes Gemeinschaftsprojekt, das nicht nur fachlich überzeugte, sondern auch nachhaltig den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den beiden Bereichen stärkte. Die positiven Erfahrungen weckten das Interesse, noch tiefer in die jeweiligen handwerklichen Arbeitsweisen einzutauchen und voneinander zu lernen. Gegenseitige Wertschätzung und Respekt gegenüber dem Können der anderen waren dabei von Anfang an spürbar.
So entstand das Folgeprojekt „Cut & Couture“, dass sowohl die fachlichen Kompetenzen erweiterte als auch die Zusammenarbeit weiter intensivierte.















Der offizielle Startschuss fiel am 10. Dezember 2025 im Rahmen einer Kick-off-Veranstaltung in der Aula. Dort wurde das Projekt vorgestellt und die Teams eingeteilt. Insgesamt arbeiteten 9 angehende Maßschneiderinnen und Maßschneider mit 22 Friseurinnen und Friseuren zusammen. Jedes Team bestand aus einer Textilschülerin bzw. einem Textilschüler sowie zwei Friseurschülerinnen und Friseurschülern – zuständig für Frisur und Make-up. Begleitet wurde das Projekt durch die Fachlehrkräfte beider Abteilungen in den jeweiligen Werkstätten.
Die Grundlage des Projekts bildete die eigenständige Anfertigung maßgeschneiderter Mäntel und Blazer durch die Textilschülerinnen und Textilschüler im regulären Unterricht. Im Vorfeld entwickelten sie individuelle Moodboards, die als gestalterische Leitlinien für das gesamte Styling dienten. Diese inspirierten die gesamte Schülerschaft der Friseurabteilung bei der Entwicklung passender Frisuren und Make-up-Konzepte. Dabei wurden persönliche Merkmale der Modelle wie Haarlänge, Haarfarbe und Gesichtsform gezielt berücksichtigt. Ziel war es, einen harmonischen Gesamtlook zu kreieren, der das Kleidungsstück optimal in Szene setzt.
Die intensive Projektphase erstreckte sich vom 10. Dezember 2025 bis zum 27. März 2026. Ihren Höhepunkt erreichte sie am 25. März 2026: An diesem Tag kamen die Textilschülerinnen und Textilschüler mit ihren fertigen Kleidungsstücken in die Friseurwerkstätten. Dort wurden die Modelle von den Teams empfangen und professionell gestylt. Es entstand eine Atmosphäre, die an ein Mode-Fotoshooting erinnerte. Mit Kreativität, Spontaneität und handwerklichem Geschick entwickelten die Teams ihre Ideen weiter und setzten diese detailreich um. Aufwendig gestaltete Frisuren, präzise abgestimmtes Make-up und gezielt eingesetzte Accessoires rundeten die Looks ab.
Ein besonderer Fokus lag auf anspruchsvollen, kreativen Frisuren, die sowohl technisch als auch gestalterisch überzeugten. Einfache Stylings wurden bewusst vermieden.
Die Entstehung der Blazer und Mäntel wurde zudem von den Schülerinnen und Schülern des Berufskollegs für Foto und Medien begleitet, die einen Teil des Nähprozesses fotografisch dokumentierten.
Während des gesamten Projekts wurde deutlich, wie eng die Schülerinnen und Schüler der verschiedenen Abteilungen zusammenwuchsen. Es wurde intensiv mit Fachsprache über Proportionen, Formen und Farben diskutiert und gemeinsam nach optimalen Lösungen gesucht. Auch die Kleidungsstücke selbst wurden immer wieder in den Gestaltungsprozess einbezogen, um ein stimmiges Gesamtbild zu erreichen. Der kreative Austausch und die gegenseitige Inspiration prägten die Arbeitsatmosphäre maßgeblich.
Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen: Sowohl in der Maßschneiderei als auch im Bereich Frisur und Make-up entstanden beeindruckende Arbeiten. „Cut & Couture“ erwies sich als voller Erfolg – fachlich anspruchsvoll, kreativ inspirierend und menschlich bereichernd. Das Projekt zeigte eindrucksvoll das Potenzial interdisziplinärer Zusammenarbeit und die Bedeutung gemeinschaftlicher kreativer Prozesse.
Beim abschließenden Gruppenfoto entstand schließlich der Eindruck, nicht zwei unterschiedliche Klassen, sondern eine gemeinsame Lerngruppe zu sehen – verbunden durch ein Projekt, das weit über den Unterricht hinauswirkte.
Ein herzlicher Dank gilt allen Beteiligten, die mit Engagement, Offenheit und Begeisterung zum Gelingen dieses besonderen Projekts beigetragen haben.
Bericht & Fotos: Lai, Her, Se
Karin Laible-Wurz
Sabine Hertel
Sandra Seitz