Exhu­mier­ter Klas­si­zist – runderneuert

Nov 2017

Schrift­ge­stal­ter Ingo Preuß refe­riert an der CHS

„Prill­witz“ stand in gro­ßen Let­tern auf die Lein­wand pro­ji­ziert. „Klas­si­zis­ti­sche Anti­qua!” erkann­te das typo­gra­fisch gebil­de­te Auge. Aber wel­che: Bodo­ni? Didot? Wal­baum? Mit einem Aus­flug in die Zeit des deut­schen Klas­si­zis­mus weit aus­ho­lend stell­te Ingo Preuß den Jena­er Schrift­schnei­der Johann Carl Lud­wig Prill­witz vor, der — wie ande­re der Auf­klä­rung Ver­pflich­te­te — um 1800 die vor­herr­schen­de „teut­sche“ Frak­tur durch die neue fran­zö­si­sche Anti­qua erset­zen woll­te. Er schnitt und goss also Didots Schrift nach und fand För­de­rer, aber auch Kri­ti­ker unter Ver­le­gern, Autoren und Lesern. Dass weni­ge Jahr­zehn­te spä­ter sei­ne Bemü­hun­gen und die Gleich­ge­sinn­ter im Furor der Deutsch­tüm­ler auf dem Weg zum Natio­nal­staat unter­gin­gen, macht den Wie­der­erwe­ckungs­ei­fer eines Ingo Preuß ange­sichts nach­las­sen­der Euro­pa­be­geis­te­rung hochaktuell.

Mit Enthu­si­as­mus und vie­len Bild­bei­spie­len schil­der­te der Schrift­ge­stal­ter die Arbeit an sei­ner Prill­witz, beein­druck­te den her­bei­ge­ström­ten Typo­gra­fen­nach­wuchs und fas­zi­nier­te die Fachkollegen.

Auf das Ange­bot, den Vor­trag, den Rolf Micha­e­ly vom För­der­ver­ein der CHS ange­regt und orga­ni­siert hat­te, zu wie­der­ho­len, wer­den wir ger­ne zurückkommen.

Web­site von Ingo Preuß (exter­ner Link)

Wol