Bau­be­ginn unse­res stil­vol­len Schulgebäudes

Apr 2012

Geden­ken an die Grund­stein­le­gung 1912

Die Grund­stein­le­gung fand im Juli 1912 statt, und nach gut zwei­jäh­ri­ger Bau­zeit konn­te die städ­ti­sche Gewer­be­schu­le auf einem Gelän­de von 5.000 Qua­drat­me­tern zwi­schen Lidell­platz, Mark­gra­fen­stra­ße, Schwa­nen­stra­ße (heu­te über­baut) und Stein­stra­ße im Jah­re 1914 voll­endet werden.

Unser Kol­le­ge Jür­gen Nagel, sei­nes Zei­chens Leh­rer in der Land­wirt­schafts­ab­tei­lung, schlüpf­te in die Rol­le des Archi­tek­ten Eugen Beck (1866–1934) und führ­te die beacht­li­che Zahl an gela­de­nen und inter­es­sier­ten Gäs­ten kurz­wei­lig und kennt­nis­reich in die His­to­rie der Schu­le ein.

Dass die CHS in einem der stil­volls­ten und ele­gan­tes­ten Schul­ge­bäu­de des Regie­rungs­be­zirks Karls­ru­he resi­diert, wur­de anhand der prä­zi­sen Beschrei­bun­gen stei­ner­ner Zita­te aus wich­ti­gen Epo­chen der Bau­ge­schich­te, die im Gebäu­de zu bewun­dern sind, ersicht­lich. Sowohl Ele­men­te der grie­chi­schen Anti­ke, wie die dori­schen Säu­len am Haupt­ein­gang, Ele­men­te des Römi­schen Rei­ches (Kas­set­ten­de­cke im Foy­er) als auch der Roma­nik (Rund­bö­gen) sind in der Archi­tek­tur des Hau­ses zu erken­nen. Als beson­de­re Glanz­stü­cke wur­den die mit alle­go­ri­schen Dar­stel­lun­gen gekrön­ten Tür­ein­fas­sun­gen von Biblio­thek, Kon­fe­renz­zim­mer und vie­len ande­ren Räu­men den Besu­chern erklärt.

Musi­ka­li­sche Dar­bie­tun­gen der Grup­pe Danz­a­to­ri Pala­ti­ni aus Hocken­heim lie­fer­ten mit ihren Tän­zen aus ver­schie­de­nen Epo­chen einen wür­di­gen Rah­men. Gestar­tet wur­de in der Ein­gangs­hal­le mit Renais­sance-Tän­zen. Erb­prinz Lud­wig Wil­helm – der „Tür­ken­lou­is” – war per­sön­lich anwe­send, konn­te aber wegen einer Kriegs­ver­let­zung an der baro­cken Bour­rée nicht teilnehmen.

Im Foy­er des ers­ten Ober­ge­schos­ses war ein Umtrunk vor­be­rei­tet, zur Stär­kung wur­den Häpp­chen gereicht. Unse­re ehe­ma­li­ge Kol­le­gin Rena­te Falk, Vor­sit­zen­de des För­der­ver­eins der CHS, hat­te ihren hei­mi­schen Back­ofen zur Weiß­glut getrieben.

Danach begab man sich ins 2. OG und hör­te schon von wei­tem die Klän­ge der „Mar­seil­lai­se” – unver­kenn­ba­res Zei­chen für den Ein­fluss des Fran­zö­si­schen, wie Archi­tekt Beck erläu­ter­te – belegt durch tän­ze­ri­sche Dar­bie­tun­gen aus dem Empi­re.
Den krö­nen­den Abschluss bil­de­te ein Wal­zer nicht nur der Grup­pe Danz­a­to­ri Pala­ti­ni – auch Gäs­te lie­ßen sich zum Mit­tan­zen verführen.

Zu guter Letzt dank­te Schul­lei­ter Joa­chim Spatz Rolf Micha­e­ly für die über­aus gelun­ge­ne und arbeits­in­ten­si­ve Vor­be­rei­tung die­ses Fest­ta­ges. Und da der Orga­ni­sa­tor an die­sem Tag sei­nen Geburts­tag fei­er­te, stimm­ten die Anwe­sen­den „Hap­py Bir­th­day” an.

Alles in allem ein bemer­kens­wer­ter Tag für die Carl-Hofer-Schu­le, die ihrem Namen als Krea­tiv­zen­trum alle Ehre machte.

Mn | Fotos Bm, Mi