Stein­met­ze mes­sen, Stein­bild­hau­er füh­len, und Kar­ton ist manch­mal stur wie Stein

Jun 2015

Aus­flug der Raum­aus­stat­ter nach Basel

Das wuss­ten wir zum Beginn unse­res Aus­flu­ges am 9. Juni 2015 aber noch nicht. Treff­punkt war der Karls­ru­her Hbf. Zu Herrn Schicks Freu­de waren ALLE überpünkt­lich da. Schon die Zug­fahrt nach Basel fan­den wir span­nend, da eini­ge von uns noch nie mit dem ICE gereist waren.

In Basel ange­kom­men, gin­gen wir am Rhein ent­lang in Rich­tung Rat­haus, wel­ches durch sei­ne 400 Jah­re lan­ge Bau­zeit (1504 – 1904), die schö­nen Skulp­tu­ren und Gemäl­de uns stau­nen ließ und unser Stil­kun­de­wis­sen auf die Pro­be stellte.

Anschlie­ßend ging es wei­ter in Rich­tung Müns­ter. Bereits die impo­san­te Fas­sa­de warf vie­le Fra­gen auf: wel­ches Jahr­hun­dert und wel­cher Stil? Im Inne­ren des Müns­ters wur­den die Fra­ge­zei­chen nicht weni­ger: wel­cher Kon­fes­si­on ist das Müns­ter und war­um sind hin­ter dem Altar wei­te­re Stüh­le und Sitz­bän­ke? Wei­ter ging es in den Kreuz­gang, hier ver­such­ten wir die Stein­ta­feln auf Schwy­zer­dütsch zu lesen.

Auf das nächs­te Ziel haben wir uns beson­ders gefreut, die Müns­ter­bau­hüt­te. Hier beka­men wir vom Hüt­ten­meis­ter die Auf­ga­ben einer Bau­hüt­te und die damit ver­bun­de­nen Anfor­de­run­gen an die Stein­met­ze und Bild­hau­er erklärt. Beson­ders beein­druckt hat uns, dass die Restau­rie­rungs­ar­bei­ten fast aus­schließ­lich mit Ham­mer und Mei­ßel in Hand­ar­beit durch­ge­führt wer­den, das ein­zi­ge moder­ne Werk­zeug ist ein Druck­luft­mei­ßel, der aber kaum zum Ein­satz kommt. Hier­bei erfuh­ren wir den Unter­schied zwi­schen einem Stein­metz und einem Bild­hau­er: der Stein­metz ist für das Gro­be zustän­dig, arbei­tet nur nach Maß. Der Bild­hau­er hin­ge­gen erfühlt sei­ne Arbeit. Beim Ver­las­sen der Bau­hüt­te waren wir uns alle einig: die­se Jungs sind eher Künst­ler als Handwerker.

Zum Über­nach­ten fuh­ren wir mit Bahn und Bus nach Lör­rach, in die Jugend­her­ber­ge. Nach kur­zem Aus­ru­hen, Bet­ten bezie­hen und einer Bus­fahrt gin­gen wir zum Abend­essen in der Lör­ra­cher Stadtmitte.

Am nächs­ten Mor­gen mach­ten wir uns auf den Weg nach Weil am Rhein ins Vitra Design Muse­um. Die Besich­ti­gung star­te­te auf dem 30 Meter hohen Vitra-Rutsch­turm, hier hat­ten nicht nur die Schü­ler Spaß beim Rut­schen. Bei der Füh­rung über den Cam­pus erkann­ten wir sofort die „Tank­stel­le“ von Jean Epreuve und lie­ßen uns von den schie­fen Wän­den im Inne­ren des „Feu­er­wehr­hau­ses“ von Zaha Hadid verwirren.

Danach ging es direkt zum Papp-Design-Work­shop, wo wir Möbel aus Kar­ton bau­ten. Vor­ab wur­den uns die Vor­tei­le von Well­pap­pe erklärt: sie ist preis­wert, leicht, aber den­noch sta­bil und ein­fach zu ver­ar­bei­ten. Das Umset­zen war aller­dings nicht so ein­fach, wie die Theo­rie ver­sprach. Denn Well­pap­pe ist nur in eine Rich­tung sta­bil und auf Hilfs­mit­tel wie Kle­ber und Kle­be­band soll­ten wir bes­ten­falls ver­zich­ten. Das Schwie­rigs­te war somit für die meis­ten von uns die Idee für ein Möbel­stück – gesteckt und/oder gefal­tet, gleich­zei­tig sta­bil, rela­tiv klein und gut zu trans­por­tie­ren. Frü­her oder spä­ter hat­te dann doch jeder eine Idee, die dann hoch­kon­zen­triert umge­setzt wur­de. Es kamen vie­le tol­le Krea­tio­nen zustan­de. Tische, eine beacht­li­che Ansamm­lung an Hockern, Han­dy­hal­te­run­gen und sogar ein Nach­bau des Eames-Ele­fan­ten für Kin­der. Zu guter Letzt besuch­ten wir das Vitra-Haus und tes­te­ten alle dort aus­ge­stell­ten Vitra-Sitz­mö­bel. Hier waren wir auch wie­der alle einer Mei­nung: Sitz­mö­bel von Vitra sind alle bequem, sogar die Holzstühle.

Es war ein schö­ner, inter­es­san­ter Aus­flug und wir waren uns sel­ten so einig…